Sean Kollak

Begriffe & Denker

Einflüsse

Was ich denke, hängt davon ab, was ich gelesen habe. Hier erkläre ich die Begriffe und Denker, die meine Essays tragen – präzise genug, um sie wirklich nutzen zu können.

Jaron Lanier – Blaupausen-Portrait mit Dreadlocks und Zitat: 'Viele Firmenchefs bei Facebook oder Google sind Anhänger einer neuen Religion.'

12.06.2026

Wer ist Jaron Lanier?

Jaron Lanier hat als einer der Erfinder der virtuellen Realität früh verstanden, was das Netz mit dem Menschen macht. Seine Kernthese: KI ist keine fremde Intelligenz – sie ist eine Box voller Menschen. Und die Menschen, die sie gefüllt haben, sehen davon nichts.

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Noam Chomsky als Blaupausen-Portrait mit Zitat: Sprache ist nicht zum Kommunizieren gemacht.

26.05.2026

Wer ist Noam Chomsky?

Noam Chomsky (*1928) ist der Linguist, der gezeigt hat, dass Sprache kein erlerntes Verhalten ist – sondern biologisch verankert. Und der im März 2023 das präziseste Urteil über KI gesprochen hat, das je aus der Sprachwissenschaft kam.

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Sean Kollak als Blaupausen-Wireframe hält eine 2-Euro-Münze in die Kamera – Beschriftung INTERSUBJEKTIV, im Hintergrund technische Diagramme zu Finanzsystemen, Weltkarte und kollektiver Realität

21.05.2026

Was sind intersubjektive Realitäten?

Gesetze, Götter, Geld, Nationen – all das existiert nicht in der physischen Welt und nicht in einem einzelnen Kopf. Es existiert im gemeinsamen Erzählen. Yuval Noah Harari nennt das die dritte Ebene der Wirklichkeit: intersubjektiv. Wer das einmal begriffen hat, schaut nie wieder gleich auf Institutionen, Glaubenssysteme oder Währungen.

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Technische Blaupause einer Sanduhr – oben kristalline Ordnung, unten diffuses Rauschen, in der Mitte ein menschlicher Zeigefinger der eingreift, darunter die Beschriftung ENTROPIE

20.05.2026

Was ist Entropie?

Entropie ist das Grundgesetz des Zerfalls – und das bekannteste Konzept, das kaum jemand wirklich kennt. Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt: In jedem geschlossenen System nimmt die Unordnung zu. Was für Sterne und Kaffeetassen gilt, gilt auch für Information – und für KI-Systeme, die sich selbst trainieren.

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Aristoteles-Blaupause: Büste mit Zitat und griechischen Begriffen δυνάμει/ἐνέργεια – After Lysippos, Public domain, via Wikimedia Commons

20.05.2026

Wer ist Aristoteles?

Aristoteles hat nicht gefragt, was gut ist – sondern was der Mensch tut, wenn er gut lebt. Die Antwort: Er entfaltet, was in ihm angelegt ist. Eudaimonie ist kein Zustand. Es ist eine Aktivität. Und Exzellenz entsteht nicht durch Einsicht, sondern durch Wiederholung.

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Viktor Frankl als Blaupausen-Portrait – Psychiater, Begründer der Logotherapie, Auschwitz-Überlebender – Prof. Dr. Franz Vesely, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

18.05.2026

Wer ist Viktor Frankl?

Viktor Frankl hat die härteste Bedingung für eine Frage getestet: Kann ein Mensch seine innere Freiheit bewahren, wenn alles andere weggenommen wurde? Aus Auschwitz kam eine klinische Theorie – und eine Unterscheidung, die sofort trifft: Was den Menschen zerstört, ist nicht Schmerz. Es ist sinnloses Leiden.

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Technische Blaupause zweier kollidierender Spiralgalaxien – aus dem Kollisionspunkt formt sich eine DNA-Doppelhelix, darunter die Beschriftung NEGENTROPIE

18.05.2026

Was ist Negentropie?

Negentropie ist das Prinzip, durch das sich Leben gegen den universellen Zerfall behauptet – aktiv, kontinuierlich, nie abgeschlossen. Erwin Schrödinger erkannte 1944: Jeder Organismus erhält sich, indem er hochgeordnete Energie aufnimmt und Unordnung abgibt. Das gilt für Zellen, für Unternehmen – und für die Frage, was in uns hält, wenn alle äußeren Anker fallen.

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Arthur Schopenhauer als Blaupausen-Portrait – Philosoph des Willens, des Veto-Moments und der Stille jenseits des Begehrens – Johann Schäfer, Public domain, via Wikimedia Commons

18.05.2026

Wer ist Arthur Schopenhauer?

Arthur Schopenhauer hat eine unbequeme Diagnose gestellt: Wir glauben, wir entscheiden – aber der Wille hat schon entschieden, bevor wir denken. Das war keine Ausflucht. Es war die Grundlage für die einzige echte Freiheitsfrage: Was tun wir in dem kurzen Moment, in dem wir innehalten können?

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Antonio Damasio – Neurowissenschaftler des verkörperten Geistes, Forscher des somatischen Markers und der Rolle des Körpers im Denken und Entscheiden – Fronteiras do Pensamento, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

16.05.2026

Wer ist Antonio Damasio?

Antonio Damasio hat dem Körper zurückgegeben, was Descartes ihm genommen hatte – nicht als Philosophie, sondern als Neurologie. Sein Kernbegriff: der somatische Marker. Körpersignale, die Entscheidungen vorfärben, bevor das Bewusstsein einsteigt. Für mich war das die wissenschaftliche Sprache für etwas, das ich schon kannte: Resonanz.

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Daniel Kahneman als Blaupausen-Portrait – Verhaltensökonom, Kognitionspsychologe, System 1 und System 2 – nrkbeta, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

08.05.2026

Wer ist Daniel Kahneman?

Daniel Kahneman hat etwas bewiesen, das niemand wirklich hören will: Der Mensch denkt nicht so rational, wie er glaubt. Nicht weil er dumm ist – sondern weil sein Gehirn zwei Betriebsmodi hat, die sich gegenseitig sabotieren.

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Carl Gustav Jung als Blaupausen-Portrait – Analytische Psychologie, Schatten und Individuation mit Zitat über den Schatten im bewussten Leben

08.05.2026

Wer ist Carl Gustav Jung?

Carl Gustav Jung (1875–1961) hat nicht gefragt, wie der Mensch funktioniert. Er hat gefragt, wie er ganz wird. Sein zentrales Konzept ist so einfach wie unbequem: Der Teil von dir, den du versteckst, ist nicht dein Problem. Er ist deine Ressource.

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Arnold Gehlen als Blaupausen-Portrait mit Zitat über den Menschen als Mängelwesen – Philosoph der philosophischen Anthropologie und des Werkzeug erschaffenden Wesens

08.05.2026

Wer ist Arnold Gehlen?

Arnold Gehlen hat 1940 eine These formuliert, die unbequemer wird, je länger man darüber nachdenkt: Der Mensch ist das schwächste Tier. Kein Pelz, keine Klauen, keine fixen Instinkte. Und genau das macht ihn unschlagbar.

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Louis Althusser als Blaupausen-Portrait – Philosoph der Interpellation mit Zitat: Ideologie hat sehr wenig mit Bewusstsein zu tun – sie ist zutiefst unbewusst.

06.05.2026

Wer ist Louis Althusser?

Louis Althusser (1918–1990) hat einen Begriff geprägt, der seither nicht loslässt: Interpellation. Der Ruf kommt immer zuerst. Das Ich kommt danach. Wer das einmal verstanden hat, sieht es überall – in der Familie, in der Schule, in jeder Sprache, in der er denkt.

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Erich Fromm als Blaupausen-Portrait – Philosoph des Sein-Modus und der Biophilie mit Zitat über das Verstehen der Menschen untereinander

04.05.2026

Wer ist Erich Fromm?

Erich Fromm (1900–1980) hat eine Frage gestellt, die einfach klingt und unangenehm bleibt: Warum erhalten Menschen äußere Freiheit – und flüchten sofort vor ihr? Seine Antwort: Sein-Modus statt Haben-Modus. Biophilie statt Nekrophilie. Und die bitterste Diagnose: Die Gesellschaft zieht uns systematisch in die falsche Richtung.

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Sadhguru als Blaupausen-Portrait mit Lotus-Symbol und Zitat – Yogi, Visionär und die strukturelle Grenze künstlicher Intelligenz

29.04.2026

Wer ist Sadhguru?

Sadhguru (Jaggi Vasudev) ist kein westlicher Philosoph und kein spiritueller Lifestyle-Verkäufer – er beschreibt sich als Ingenieur des Inneren. Sein zentrales Argument zur KI: Menschen sind 'schlechte Data-Center', und das ist keine Kritik. Es ist eine Befreiungsbotschaft.

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Friedrich Nietzsche als Blaupausen-Portrait mit Hammer-Symbol und Zarathustra-Zitat – Philosoph der Selbstüberwindung und des schöpferischen Willens

29.04.2026

Wer ist Friedrich Nietzsche?

Friedrich Nietzsche (1844–1900) hat keine Tröstungen angeboten. Er hat Fragen gestellt, die andere Philosophen umgehen – und Diagnosen geliefert, die 150 Jahre später präziser wirken denn je. 'Gott ist tot' war kein atheistisches Manifest. Es war die Beschreibung eines Kollapses. Und das Erschütternde daran: Es passiert gerade wieder.

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Alan Watts als Blaupausen-Portrait mit Yin-Yang und Zitat über Wandel – Zen-Philosoph und Übersetzer östlicher Philosophie für westliche Leser

27.04.2026

Wer ist Alan Watts?

Alan Watts (1915–1973) übersetzte östliche Philosophie in westliche Sprache – und beschrieb dabei etwas Unbequemes: Das Ich, das wir für selbstverständlich halten, ist eine gesellschaftlich konstruierte Halluzination. Präzise genug, um zu erschrecken. Formuliert so, dass man trotzdem lachen muss.

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Yuval Noah Harari als Blaupausen-Portrait – Historiker und Philosoph, Autor von Sapiens und Nexus, intersubjektive Realitäten und KI

25.04.2026

Wer ist Yuval Noah Harari?

Yuval Noah Harari hat mit Sapiens eine These formuliert, die so einfach ist wie radikal: Der Mensch dominiert die Erde nicht, weil er stärker ist – sondern weil er an gemeinsame Fiktionen glaubt. Geld. Nationen. Unternehmen. Und jetzt: KI als Mythen-Maschine.

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Margaret Boden, Pionierin der Künstlichen Intelligenz, geboren 1936 in London – Blaupausen-Portrait mit KI-Zitat und Steckbrief

25.04.2026

Wer ist Margaret Boden?

Margaret Boden hat 1990 die präziseste Werkzeugkiste für die KI-Kreativitätsdebatte geliefert. Nicht 'Kann KI kreativ sein?' – sondern: Welche Form von Kreativität, genau? Die Antwort zieht eine Grenze, die unbequemer ist als beide Lager erwarten.

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Ikujiro Nonaka und Hirotaka Takeuchi mit SECI-Wissensspirale auf Blaupausen-Hintergrund – The Knowledge-Creating Company, vier Transformationen des Wissens

25.04.2026

Wer ist Ikujiro Nonaka?

Nonaka und Takeuchi haben 1995 das präziseste Modell geliefert, warum Wissen in Unternehmen ständig verschwindet – und wie es wieder entsteht. Ihre Antwort: Wissen ist kein Zustand, sondern eine Spirale. Und diese Spirale braucht einen Raum.

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Friedemann Karig und Samira El Ouassil halten das Buch Erzählende Affen vor Blaupausen-Hintergrund – Mythen, Lügen, Utopien, homo narrans

25.04.2026

Wer sind Samira El Ouassil und Friedemann Karig?

Samira El Ouassil und Friedemann Karig zeigen in 'Erzählende Affen', warum der Mensch kein rationales, sondern ein narratives Tier ist. Ihre These: Plausibilität schlägt Faktizität – immer. Was das für KI bedeutet, ist unbequem.

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Tor Nørretranders als Blaupausen-Portrait – Wissenschaftsautor der User Illusion und Exformation, dänischer Wissenschaftsjournalist

24.04.2026

Wer ist Tor Nørretranders?

Tor Nørretranders ist der dänische Wissenschaftsautor, der 1991 gemessen hat, wie viel das Bewusstsein wirklich verarbeitet: 40 von 11 Millionen Bits pro Sekunde. Diese Zahl erklärt strukturell, warum Expertise sich nicht aufschreiben lässt – und warum KI immer nur den kleinsten Kanal bedienen kann.

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Ludwig Wittgenstein als Blaupausen-Portrait mit Zitat: Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt

23.04.2026

Wer ist Ludwig Wittgenstein?

Ludwig Wittgenstein (1889–1951) war österreichischer Philosoph und einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Sein Satz 'Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt' ist die präziseste Beschreibung dessen, was KI-Systeme strukturell nicht können – formuliert 30 Jahre vor dem ersten Computer.

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Michael Polanyi als Blaupausen-Portrait mit Zitat: Wir können mehr wissen, als wir zu sagen wissen – Philosoph des taciten Wissens

23.04.2026

Wer ist Michael Polanyi?

Michael Polanyi (1891–1976) war Chemiker, Physiker und Philosoph. Sein Satz 'We can know more than we can tell' ist die präziseste Beschreibung dessen, was KI strukturell nicht automatisieren kann – formuliert, bevor Automatisierung überhaupt als Problem galt.

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Ilya Prigogine als Blaupausen-Portrait mit Zitat: Das Neue entsteht durch Instabilität – Nobelpreisträger Chemie 1977, dissipative Strukturen

23.04.2026

Wer ist Ilya Prigogine?

Ilya Prigogine (1917–2003) erhielt 1977 den Nobelpreis für Chemie. Seine Frage war einfach und ungelöst: Warum entsteht in einer Welt, die dem Zerfall ausgeliefert ist, ständig neue Ordnung? Seine Antwort verändert, wie man über Prozesse, Wandel – und sich selbst – denkt.

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Eisberg-Illustration: Über Wasser Information, unter Wasser Exformation – das komprimierte Wissen hinter jedem Satz

23.04.2026

Was ist Exformation?

Exformation ist das Wissen, das beim Sprechen weggelassen wird – der komprimierte Kontext hinter jedem Satz, den Sender und Empfänger teilen müssen, damit Kommunikation gelingt. Der Begriff stammt von Tor Nørretranders (1991) und erklärt strukturell, warum KI trotz Sprachkompetenz kein Verstehen erzeugt.

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